Infrastruktureinrichtungen des Bürgerlichen Engagement

Autor: André Grötschel (geschrieben im Jahr 2006)

Einleitung

Der Staat und seine Einrichtungen müssen nicht nur eine technische Infrastruktur erschaffen, sondern der Bereich der Infrastruktur umfasst mehrere Gebiete. In dieser Arbeit soll herausgefunden werden, ob es verschiedene Infrastruktureinrichtungen gibt und wie diese sich unterscheiden. Dies wird Anhand des Berichtes der Enquete-Kommission „Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements“ näher erläutert. Zuerst soll der Begriff Infrastruktur und schließlich die Infrastruktureinrichtungen näher bestimmt werden. Diese Arbeit konzentriert sich zunächst auf die technische Infrastruktur, danach werden die Sozialeinrichtungen behandelt, spezial deren Netzwerkbildung. Anschließend sind die Infrastruktureinrichtungen aus diesen Netzwerken beschreiben. Im weiteren Verlauf wird der aktuelle Stand aufgezeigt, sowie eine These der zukünftigen Entwicklung in diesem Bereich Soziale Einrichtungen aufgestellt.

Begriffserklärung Infrastruktur

Der Begriff Infrastruktur wurde von der NATO verwendet und bezeichnete ursprünglich die im Boden befindlichen Leitungen wie Rohrleitungen und Kabel. Später wurde der Begriff etwas breiter aufgefasst, nämlich die Gesamtheit der materiellen, institutionellen und personellen Anlagen und Gegebenheiten, die den Wirtschaftseinheiten im Rahmen einer arbeitsteiligen Wirtschaft zur Verfügung gestellt werden. Auf den Staat übertragen wäre es die Planung, Erstellung und Instandhaltung einer Infrastruktur. Im Normalfall ist es die Aufgabe des Staates oder ihm assoziierter Organe (öffentlich-rechtliche Einrichtungen, Staatsbetriebe). Es wird zwischen technischer, rechtlicher und sozialer Infrastruktur unterschieden. Im folgenden sind die Infrastrukturen gegliedert:

Technische Infrastruktur

  • Versorgung
    • Energieversorgung
    1. Strom
    2. Gas
    3. Fernheizung -Wasserwirtschaft
  • Entsorgung
    • Müllentsorgung
    • Abwasser
    • Wertstoffverwertung
  • Kommunikation
    • Telefon
    • Rundfunk
    • Fernsehen
    • Internet
    • Sonstige Funkdienste (wie Zeitzeichensender)
  • Verkehrsinfrastruktur
    • öffentlicher Verkehr
    1. Binnengewässer
    2. Seeschifffahrt
    3. Eisenbahnen
    4. Öffentlicher Personenverkehr
    5. Luftverkehr
    6. Flughäfen
    7. Navigationsfunksender für Luft- und Seefahrzeuge
  • Individualverkehr
    • Straßen
    • Radwege
    • Gehwege

Rechtliche und Soziale Infrastruktur

  • Rechtsordnung
  • Verwaltung
  • Dienstleistungen
    • Schulen und andere Bildungseinrichtungen
    • Kinderbetreuungs-Einrichtungen
    • Krankenhäuser und Pflegedienste
    • Polizei
    • Feuerwehr und Rettungsdienste
  • Kulturelle Einrichtungen
    • Bibliotheken
    • Museen
    • Ausstellungsräume
    • Sehenswürdigkeiten

Der Infrastruktur Bereich und dessen Wirkungsanalyse

Die kurzfristige Wirkungsanalyse

Diese Analyse wurde in den 1980er Jahren von der GEOWS GmbH (genauer das Institut für Stadt-, Regional und Wohnforschung GmbH) als Studie durchgeführt. Diese Studie befasst sich mit der Infrastruktur Versorgung der Bevölkerungsentwicklung. Nach er Firma GEWOS GmbH kommt die Studie (Analyse) zu den folgenden Schlüssen. Der Stellenwert, der von der Bevölkerungsentwicklung weitgehend unabhängigen Einflussfaktoren, ist nicht entscheidend verändert. In den 1980er Jahren als diese Analyse gemacht worden ist, war für Kinder und Alteneinrichtungen, der Rückgang der Nachfrage ohne Relevanz. Jedoch ist wegen den Schülerrückgang der Grund- und Hauptschulbereich in einer problematischen Versorgungsiteration.

Die Mittel und langfristige Wirkungsanalyse

Beispielhafte Erläuterung wäre, dass im Grundbereich der den Radius von 3 - 6 km hat, mindestens eine Grundschule ein Arzt und Zahnarzt, sowie ein Sportplatz angesiedelt sein sollte.

| Versorgungsbereich | Radius | Bildung | Gesundheit | Soziales | Sport und Freizeit |

|-----------------------------------|------------|--------------------------|-----------------------------------|----------------------------|--------------------------|

| Nachbarschaftsbereich | 1 km | Kindergarten | | Kindergarten | Spielplatz |

| Grundbereich | 3 km | Grundschule | Arzt,,Zahnarzt | | Sportplatz,Sporthalle |

| Nahbereich | 6 km | Sekundarstufe I | Apotheke | Jugendheim,Altenheim | Freibad,Versammlungsraum |

| Mittelbereich | 10 km | Sekundarstufe II | Krankenhäuser,Fachärzte | Jugendzentrum,Altenzentrum | Hallenbad, Mehrzweckraum |

(A. Bloch, 1982, Tendenzenen der Bevölkerungsentwicklung, S.54)

Anhand dieser Informationen können Verbesserungen an dem Infrastruktur Bereich in Angriff genommen werden. Diese Verbesserungen sollte die Stabilisierung der damaligen Einrichtungen und deren Dezentralisierung zur Folge haben. Jedoch hatte der Staat die Bruttoanlagen Investitionen in diesem Bereich in dem Zeitraum der 1970er bis 1990er Jahren gekürzt.

Netzwerke schaffen und Infrastrukturen aufbauen

Die so genannten Netzwerke in Organisationsstrukturen sind ein Teil des Public Private Partnership. Das 3fache P ist eine Mobilisierung des privaten Kapitals und des Fachwissens zur Erfüllung staatlicher Aufgaben. Allgemein wird der Begriff für das kooperative Zusammenwirken von Hoheitsträgern mit privat wirtschaftlichen Handels benutzt. In vielen Fällen gibt es eine Teil-Privatisierung der öffentlichen Aufgaben. Für den Teilbereich Netzwerke bedeutet dies, dass die Zusammenarbeit und der Erfahrungsaustausch in einem Kompetenznetzwerk statt findet. Kompetenznetzwerke werden von Personen oder Unternehmen oder Organisationen gebildet, die ziel bezogen ihre Fähigkeiten einsetzen. Durch das Netzwerk bündeln diese Personen ihre unterschiedlichen Wissens- und Erfahrungsstände. Genauere Bedeutung des System theoretischen Ansatzes der Kompetenznetzwerke, ist die Abkehr von herkömmlichen, hierarchisch-bestimmend und gesetzten Organisationsstrukturen. Daraus folgt die Kooperation und Koordination in Netzwerken. In diesen Netzwerken handelnden Akteure in Rahmen von Organisationen, Unternehmen oder als Einzelpersonen in unterschiedlichen Netzwerken.

Netzwerke können in vier Kategorien eingeteilt werden.

  • Strategische Netzwerke - Unternehmensnetzwerke
  • Regionale Netzwerke
  • Policy-Netzwerke (Richtlinie)
  • Innovationsnetzwerke

Dies ist bis jetzt die gängige Praxis, andere Kategorien sowie eine andere Einteilung ist nicht auszuschließen. Im dritten Sektor gibt es sehr viele Organisationen, bei denen einige das gleiche Gedankengut aufweisen. Das bedeutet, dass einige Einrichtungen die gleichen Ziele und / oder Wissen besitzen. Doch aufgrund ihrer Satzung oder Stiftungsvorgaben stark eingeschränkt handeln können und müssen. Ein weiteres Problem ist ihre Größe. Je nachdem wie groß eine Organisationen ist, werden meist nur gleich große Organisationen als Partner akzeptiert. Die Kapitalkraft und das Spenden aufkommen ist wie bei der Organisationsgröße zu handhaben. Kleine Organisationen lassen sich eher mit gleich großen oder geringfügig größeren Organisationen ein. Dies beruht auf der Tatsache, dass diese Organisationen Angst vor der Unterdrückung durch einen stärkeren haben, hier mit Kapital und Personal. Und somit, dass sie Ihre eigenen Interessen nicht vertreten dürfen.

Vorteile durch Netzwerke

Die Vorteile werden anhand einer Kooperation zweier Organisationen erläutert. Ist einer der beiden Partner technisch weiter, dies bedeutet dass die Ausrüstung (zB. Krankenwagen) bei dem anderen schlechter sein kann. Jedoch kann der schlechter Ausgestattete eine bessere Logistik haben. Weiterhin ist bei einem Zusammenschluss die Minimierung des Lagers und des Personals möglich. Der Vorteil der daraus resultiert ist die Kostenersparnis. Ein weiterer Vorteil könne die Vereinfachung der Ausbildung des Personals sein, aber auch vereinfacht werden. Ein Allgemein beschreibender Vorteil durch den Zusammenschluss zweier Organisationen wäre somit die Nutzung aller Stärken und die Schwächen können minimiert werden.

Nachteile durch die Vernetzung

Der größte Nachteil einer Vernetzung ist die Abhängigkeit. Diese Abhängigkeit äußert sich dadurch, dass alle Bereiche betroffen sind, auch die die als Vorteil behandelt werden. So ist von vorherigen Beispiel (siehe "Vorteile durch Netzwerke") die gemeinsame Nutzung der Ausrüstung (zB Krankenwagen) in sofern schlecht, dass keine Organisation ihren Teil komplett nutzen kann. Da die zweite Organisation darunter leiden wird, sie kann diese Ausrüstung nur nutzen wenn die andere diese in nicht benutzt. Ein weiteres Problem können die durch die Kooperation entstehenden Kartellverstöße sein. Weiterhin tritt ein Problem auf, dass die Bevölkerung nicht mehr bereit ist zu spenden. Dies zeichnet sich dadurch ab, dass die Bevölkerung sich nicht entscheiden kann, wem sie das Geld überlassen wird. Da die Bevölkerung annimmt, dass das Geld nicht bei der Organisation bleibt. Oder die Bevölkerung ist verwirrt da, es nun zwei Ansprechpartner gibt.

Praxis Beispiele:

  • Sunami 2004 (zum Winter)

  • Schnee Katastrophe (Winter 2005)

Begriffserklärung technischer Infrastruktureinrichtungen

Infrastruktureinrichtungen sind Verwaltungsapparate, Organisationen und Betriebe, die im Zuge der Privatisierung von öffentlichen/staatlichen Betrieben und staatlichen Aufgaben, die diese Aufgaben oder Betriebe übertragen bekommen. Insbesondere für die Erstellung und Instandhaltung der Infrastruktur werden vermehrt private bzw. privat rechtlich organisierte Firmen mit diesen Rechten und Pflichten beauftragt. Die Planungshoheit bleibt aber weiterhin beim Staat. Dazu sei zu erwähnen, das der Staat Vorschriften und Gesetze erlässt, die das wie und was der Verwaltung und die Kontrolle regeln. Es gibt darüber hinaus auch Betriebliche Einrichtungen, die für die Öffentlichkeit nicht benutzt oder betreten werden darf. Dies soll am Beispiel der Airbus Infrastruktureinrichtungen Mühlenberger Loch, Hamburg näher erklärt werden.

Private Infrastruktureinrichtungen - Anhand des Beispieles der Airbus Infrastruktureinrichtungen Mühlenberger Loch, Hamburg Airbus braucht für die Herstellung der gesamten Betriebsflächen, Gebäude und Anlagen eine eigene Verwaltung, damit das größere Gelände optimal ausgenutzt werden kann. Weiterhin ist eine Infrastruktureinrichtung dafür zuständig das jedes Gebäude mit Leitungen und den Kabeln für sämtliche Medien (Daten- und Sicherheitssysteme, Heizwärme, Druckluft, Trink- und Löschwasser, Schmutzwasser sowie Niederschlagswasser) ausgestattet wird. Dazu gehört dann in der folgenden Zeit, die Instandhaltung und Wartung dieser Leitungen und Kabel. Selbst die Straßen werden so in eigen Regie betreut.

Eigenschaften von Infrastruktureinrichtungen

Die Eigenschaften werden in drei Merkmale eingeteilt. Das erste Merkmal behandelt die technischen Eigenschaften, die so genannten Technischen Merkmale. Ökonomische Merkmale sind die zweiten Eigenschaften, hier werden die Wirtschaftlichen Aspekte aufgeführt. Die letzten Merkmale beschreiben die Institutionelle Eigenschaften einer Infrastruktureinrichtung. Diese zeigen die Organisations internen und externen Eigenschaften.

Daraus könnte die Schlussfolgerung abgeleitet werden, dass die Infrastrukturen im Kontext zu den Theorien der Ökonomie zum Marktversagen führen kann.

Begriffserklärung Infrastruktureinrichtungen des Bürgerlichen Engagement

Diese Infrastruktureinrichtungen vernetzen zentral Akteure, Organisationen und Institutionen. Somit werden die Vorhandenen Ressourcen gebündelt. Die Bündelung unterscheidet sich zu der normalen Vernetzung insoweit, das für die Bevölkerung und auch die Kooperationspartner eine Anlaufstelle haben. Weiterhin gelten diese Einrichtungen als Interessenvertretungen, für die jeweiligen Vernetzungsgrade. Jedoch benötigen die Infrastruktureinrichtungen die Öffentlichkeit, im Sinne von Kontakt zu anderen Organisationen. Im anderen Sinne für die aktive Beteiligung der Bevölkerung.

Bürgerliches Engagement

Bürgerliches Engagement ist die freiwillige Mitarbeit oder das Ausüben einer Tätigkeit einer Person für eine andere Person oder mehreren Personen, Gruppen oder ganzen Organisationen außerhalb der beruflichen Tätigkeit.

Allgemeine Aufgaben von Infrastruktureinrichtungen

Infrastruktureinrichtungen des Bürgerlichen Engagement bekommen auf kommunaler Ebene die Aufgabe der Koordination und Vernetzung. Somit bieten diese Einrichtungen Informationen, Beratung und die Vermittlung in einem Engagement für die jeweilige Person.

Infrastruktureinrichtungen des Bürgerlichen Engagement

Im Bericht der Enquete-Kommission werden speziell fünf Einrichtungen näher beschreiben. Zum einen sind es die Selbsthilfekontaktstellen, zum anderen die Nachbarschaftszentren. Weiterhin werden die Seniorenbüros und die Bürgerbüros genannt worden. Als letzte Infrastruktureinrichtung des Bürgerlichen Engagement werden die Freiwilligenagenturen aufgeführt.

Selbsthilfekontaktstellen

Die Selbsthilfekontaktstellen sind lokale Beratungsstellen für die Unterstützung und Stabilisierung von Selbsthilfeaktivitäten. Insgesamt gibt es über 160 Einrichtungen und Kontaktstellen. Selbsthilfekontaktstellen haben eine anfängliche Erfahrung seit den 1970er Jahren (in Hamburg erst seit 1981). Dieser Bereich Selbsthilfe deckt den Gesundheitsbereich zu 2/3. Der Lobbyverband ist Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V.. Es ist der Träger von Nationalen Kontakt und Informationsstellen zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS).

Modellprogramme und langjährige Arbeit der Dachorganisationen

  • fachliches Selbstverständnis
  • fachliches Aufgabenprofil
  • Rahmenbedingungen für Ressourcen-Ausstattung
  • Modelle für Trägerschaften

Zentrale Aufgaben

  • Beratung und Vermittlung von interessierten Bürgern
  • Hilfe bei Neugründungen von Selbsthilfegruppen
  • Unterstützung bestehender Gruppen
  • Bereitstellung von Ressourcen, etc.
  • Zusammenarbeit mit anderen Tätigen des Sozial-Gesundheitswesens
  • Öffentlichkeitsarbeit

Seniorenbüros

  • Zielgruppe: Ältere Bevölkerung
  • neues Modell offener Altenarbeit
  • Aktivierung älterer Menschen für bürgerliches Engagement
  • ca. 160 Seniorenbüros
  • erste Projektphase: 1992 - 1995
  • zweite Projektphase: 1995 - 1997

Zentrale Aufgaben

  • Informationen
  • Beratung und Vermittlung von Senioren (Engagement)
  • Unterstützung bei Gründung neuer Gruppen und Projekten
  • Förderung bestehender Gruppen
  • Zusammenarbeit mit Fachleuten
  • Serviceleistungen für Senioren

=> Ein Model sollte etablieren werden, nicht Versorgungseinrichtungen schaffen

Resultat

  • Gründung von Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BaS)
    • Unterstützung der Arbeit der Seniorenbüros (Förderung des Informations und Erfahrungsaustausches, Weiterentwicklung des Profils, Koordination von Fortbildung,...)
  • hauptamtliches Personal: regelmäßige Öffnungszeiten, Kontinuität der Arbeit Freiwilligenagenturen:
  • relativ junge Einrichtungen
  • Brücke zwischen engagementbereiten Bürgern, gemeinnützigen Organisationen und Freiwilligen
  • Umwerbung von Engagementbereitschaft
  • breite Auswahl
  • Sparten: Kultur, Ökologie, Sport, Politik, Gesundheit- und Sozialbereich
  • zweite Hälfte 1990er Jahre verstärkte Gründungen
  • ca. 180 Freiwilligenagenturen
  • reagieren auf Veränderungen und versuchen neue Wege
  • Status ist mit Vergleich weniger gesichert
  • kein klares, einheitliches, fachliches begründetes Profil

Soziale Software (unterstützt die Zusammenarbeit in Netzwerken)

nicht-kommerzielle und universitäre Soziale Software

  • ab 1979 Usenet
  • ab 1978 Mailboxen
  • ab 1984 Mailboxnetzwerke
  • 90er Jahre der Versuch der Groupware

Heute

  • Weblogs
  • Wikis
  • Webforen
  • Kontaktbörsen
  • Groupware